Ehrenkreisbrandmeister, Ausbilder, Wegbegleiter und Vorbild – seit mehr als sechs Jahrzehnten geprägt von Verantwortung, Kameradschaft und der Leidenschaft für das Feuerwehrwesen
Wenn von Persönlichkeiten gesprochen wird, die das Feuerwehrwesen im Landkreis Bamberg nachhaltig geprägt haben, fällt ein Name seit Jahrzehnten immer wieder: Peter Kleiber. Ende Juni durfte der Ehrenkreisbrandmeister seinen 85. Geburtstag feiern. Ein schöner Anlass, auf ein außergewöhnliches Lebenswerk zurückzublicken – auf mehr als sechs Jahrzehnte im Dienst der Feuerwehr, geprägt von Verantwortungsbewusstsein, Kameradschaft und dem unermüdlichen Einsatz für die Menschen im Landkreis Bamberg.
Dass Peter Kleiber auch heute noch eng mit der Feuerwehr verbunden ist, zeigte sich erst in diesem Jahr. Beim Gaudileistungsmarsch der Jugendfeuerwehren des Landkreises Bamberg, der Ende Mai in Zapfendorf und Lauf stattfand, übernahm er die Schirmherrschaft. Mehr als 300 Jugendliche aus dem gesamten Landkreis stellten dort Teamgeist, Geschicklichkeit und Zusammenhalt unter Beweis. Kaum ein anderer hätte diese Aufgabe besser verkörpern können als Peter Kleiber, der sich über Jahrzehnte hinweg mit großer Leidenschaft für Ausbildung, Leistungsprüfungen und insbesondere für die Förderung des Feuerwehrnachwuchses eingesetzt hat. Dass ihm diese Aufgabe im Jahr seines 85. Geburtstages übertragen wurde, war deshalb weit mehr als eine Ehrung – sie war Ausdruck großer Wertschätzung für sein Lebenswerk.
Als Peter Kleiber am 13. März 1959 der Freiwilligen Feuerwehr Zapfendorf beitrat, konnte wohl niemand ahnen, welch beeindruckende Feuerwehrlaufbahn vor ihm liegen würde. Aus dem jungen Feuerwehrmann entwickelte sich eine Persönlichkeit, die das Feuerwehrwesen im Landkreis Bamberg über Jahrzehnte entscheidend mitgestalten sollte. Nach 42 Jahren aktivem Feuerwehrdienst wechselte er am 27. Juni 2001 in die passive Mitgliedschaft seiner Heimatfeuerwehr – verbunden blieb er der Feuerwehr jedoch bis heute. Mittlerweile blickt Peter Kleiber auf mehr als 66 Jahre Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr Zapfendorf zurück.
Auch beruflich übernahm Peter Kleiber früh Verantwortung. Als Zweigstellenleiter der Volksbank war er für viele Menschen ein geschätzter Ansprechpartner. Die Eigenschaften, die ihn dort auszeichneten – Verlässlichkeit, Besonnenheit und Verantwortungsbewusstsein – prägten ebenso sein Wirken in der Feuerwehr.
Schon früh erkannte man seine Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Bereits 1966 absolvierte er die Ausbildung zum Gruppenführer und wurde im selben Jahr zum Löschmeister ernannt. Es folgten zahlreiche Lehrgänge an der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg und der Staatlichen Feuerwehrschule Regensburg. Mit der Grundstufe, der Mittelstufe (Zugführer), der Oberstufe, der Ausbildung zum Schiedsrichter, Lehrgängen in der Technischen Hilfeleistung, als Ausbilder für Truppmann und Truppführer, Bootsführer, im Bereich Hubschrauber-Außenlastbehälter sowie weiteren Lehrgängen als Maschinist, Atemschutzgeräteträger und Einsatzleiter eignete er sich ein breites Fachwissen an. Sein Anspruch war dabei stets derselbe: Gute Feuerwehrarbeit beginnt mit einer fundierten Ausbildung. Mit der Ernennung zum Brandmeister im Jahr 1984 fand dieser Weg auch in seinem Dienstgrad Ausdruck.
Von 1979 bis 1984 führte Peter Kleiber als Kommandant die Freiwillige Feuerwehr Zapfendorf. In dieser Zeit prägte er seine Heimatwehr mit großem Engagement und setzte wichtige Impulse für Ausbildung, Einsatzbereitschaft und Kameradschaft. Seine Überzeugung war stets, dass eine gut ausgebildete Mannschaft die Grundlage für erfolgreiche Einsätze bildet.
Diese Überzeugung spiegelte sich auch in seinem eigenen Werdegang wider. Bereits 1964 legte er seine erste Leistungsprüfung „Die Gruppe im Löscheinsatz“ ab und erreichte bis 1981 die höchste Stufe. Auch bei der Leistungsprüfung Technische Hilfeleistung absolvierte er zwischen 1994 und 1998 sämtliche Stufen erfolgreich. Für ihn waren Leistungsprüfungen nie Selbstzweck, sondern Ausdruck kontinuierlicher Ausbildung und gelebter Einsatzvorbereitung.
Besonders am Herzen lag ihm die Ausbildung anderer Feuerwehrangehöriger. Bereits 1975 wurde Peter Kleiber zum Schiedsrichter für Leistungsprüfungen berufen. Über 26 Jahre hinweg begleitete er unzählige Leistungsprüfungen und bereitete zahlreiche Gruppen auf diese vor. Für viele Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden war er weit mehr als ein Prüfer. Er war Ausbilder, Ratgeber und Motivator zugleich. Seine ruhige Art, seine fachliche Kompetenz und sein Blick für das Wesentliche machten ihn weit über den Landkreis hinaus zu einem geschätzten Ansprechpartner. Als Ausbilder für Truppmann und Truppführer sowie später als Lehrgangsleiter der Truppmannausbildung gab er sein Wissen an Generationen junger Feuerwehrdienstleistender weiter. Nicht ohne Grund wurde bei seiner Verabschiedung im Jahr 2001 die Unterstützung der Feuerwehrjugend als eines seiner besonderen „Steckenpferde“ hervorgehoben.
Mit der Berufung zum Kreisbrandmeister am 1. Juni 1986 begann ein weiteres prägendes Kapitel seines Feuerwehrlebens. Bis zum 30. Juni 2001 stellte er sich in dieser verantwortungsvollen Funktion in den Dienst der Feuerwehren des Landkreises Bamberg. Im Zuständigkeitsbereich rund um Zapfendorf und Rattelsdorf war er Ansprechpartner für Kommandanten, Organisator von Ausbildungen, Begleiter bei Übungen und Einsätzen sowie Bindeglied zwischen den Feuerwehren und der Kreisbrandinspektion. Gleichzeitig engagierte er sich als erster stellvertretender Zugführer in den überörtlichen Löschzügen des Landkreises Bamberg und übernahm Verantwortung für Einsätze, die weit über das örtliche Einsatzgeschehen hinausgingen.
Auch nach seinem Ausscheiden als Kreisbrandmeister blieb Peter Kleiber der Feuerwehr treu. Von 14. Dezember 2001 bis 31. Januar 2019 brachte er seine jahrzehntelange Erfahrung als Fachberater der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) ein und unterstützte den Landkreis bei der Bewältigung außergewöhnlicher Einsatzlagen. Gleichzeitig engagierte er sich weiterhin mit großem Einsatz im Ausbildungs- und Wettbewerbswesen. Als Fachbereichsleiter Ausbildung sowie als Fachbereichsleiter Wettbewerbe im Kreisfeuerwehrverband Bamberg und im Bezirksfeuerwehrverband Oberfranken setzte er über viele Jahre Maßstäbe. Darüber hinaus war er maßgeblich daran beteiligt, den ersten Leistungsmarsch für Erwachsene als Pilotprojekt des Bezirksfeuerwehrverbandes Oberfranken mit auf den Weg zu bringen – ein Projekt, das bis heute einen besonderen Stellenwert besitzt.
Als Peter Kleiber im Jahr 2001 aus dem Amt des Kreisbrandmeisters verabschiedet wurde, wünschten ihm seine Kameraden augenzwinkernd keinen Ruhestand, sondern einen „Unruhestand“. Sie wussten, dass Peter Kleiber auch künftig nicht einfach aufhören würde. Und sie sollten Recht behalten. Bis heute ist seine Verbundenheit mit der Feuerwehr ungebrochen – sei es als Ansprechpartner, Wegbegleiter oder zuletzt als Schirmherr des Gaudileistungsmarsches der Jugendfeuerwehren.
Für seine außergewöhnlichen Verdienste wurde Peter Kleiber im Laufe seiner Feuerwehrlaufbahn vielfach ausgezeichnet. Bereits für seine langjährige aktive Dienstzeit erhielt er das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber (1984) sowie das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold (1999). Es folgten die Ehrennadel der Jugendfeuerwehr Bayern in Silber (2001), das Bayerische Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber (2001), das Ehrenkreuz des Bezirksfeuerwehrverbandes Oberfranken (2011) sowie das Steckkreuz des Kreisfeuerwehrverbandes Bamberg in Silber (2015). Mit der Ernennung zum Ehrenkreisbrandmeister (2016) wurde sein jahrzehntelanges Wirken in besonderer Weise gewürdigt. Seine Heimatfeuerwehr verlieh ihm schließlich die Ehrenmitgliedschaft der Freiwilligen Feuerwehr Zapfendorf (2022) – eine Auszeichnung, die die enge Verbundenheit zwischen Peter Kleiber und „seiner“ Feuerwehr eindrucksvoll unterstreicht.
Doch Funktionen, Lehrgänge und Auszeichnungen erzählen nur einen Teil seiner Geschichte. Wer Peter Kleiber kennt, verbindet mit seinem Namen vor allem Verlässlichkeit, Bescheidenheit und eine außergewöhnliche Verbundenheit mit der Feuerwehr. Er gehörte nie zu den Menschen, die sich selbst in den Mittelpunkt stellten. Vielmehr war es sein Anliegen, andere zu fördern, Wissen weiterzugeben und Verantwortung zu übernehmen. Generationen von Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern wurden von ihm ausgebildet, begleitet oder auf ihrem Weg geprägt. Sein Name steht bis heute für Kameradschaft, Pflichtbewusstsein und Hilfsbereitschaft.
66 Jahre Feuerwehr bedeuten weit mehr als Zahlen, Funktionen oder Auszeichnungen. Sie stehen für unzählige Übungen und Einsätze, für Verantwortung, Entscheidungen, Ausbildung und gelebte Kameradschaft. Sie stehen für einen Menschen, der Generationen von Feuerwehrdienstleistenden begleitet, geprägt und gefördert hat. Peter Kleiber gehört zweifellos zu den Persönlichkeiten, die das Feuerwehrwesen im Landkreis Bamberg nachhaltig mitgestaltet haben. Sein Name ist untrennbar mit Ausbildung, Leistungsbereitschaft, Wettbewerben und der Förderung des Feuerwehrnachwuchses verbunden. Sein Wirken wird weit über seine Heimatfeuerwehr hinaus in Erinnerung bleiben.
Der Kreisfeuerwehrverband Bamberg, die Kreisbrandinspektion Bamberg, die Ehrenkreisbrandinspektion Bamberg sowie die Freiwillige Feuerwehr Zapfendorf gratulieren Ehrenkreisbrandmeister Peter Kleiber herzlich zu seinem 85. Geburtstag. Sie danken ihm für sein außergewöhnliches Lebenswerk, für mehr als sechs Jahrzehnte gelebte Feuerwehrleidenschaft, seinen unermüdlichen Einsatz für die Feuerwehren des Landkreises Bamberg und die bleibenden Verdienste um Ausbildung, Wettbewerbswesen und Feuerwehrnachwuchs.
Lieber Peter, wir wünschen Dir von Herzen Gesundheit, Glück und Gottes reichen Segen. Mögen Dich Deine Familie, Deine Freunde und Deine Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden noch viele Jahre begleiten. Vor allem aber danken wir Dir für alles, was Du den Feuerwehren im Landkreis Bamberg gegeben hast. Dein Wirken wird bleiben – in den Feuerwehren, die Du geprägt hast, und in den Menschen, die Dich kennenlernen und mit Dir zusammenarbeiten durften.
Bericht: Sebastian Pflaum, Kreisbrandmeister
