Zum Inhalt springen
Startseite » Aktuelles » Spezialfahrzeug für die Feuerwehr Stegaurach

Spezialfahrzeug für die Feuerwehr Stegaurach

Bund investiert in Katastrophenschutz – Feuerwehr für CBRN-Vorfälle gerüstet

Stegaurach. Der erste und einzige Feuerwehrwagen im Landkreis Bamberg zur chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Erkundung (CBRN) steht nun in Stegaurach. Am Donnerstag wurde das vom Bund finanzierte Spezialfahrzeug an die Feuerwehr Stegaurach übergeben.

Erster Kommandant Thomas Leicht freute sich, dass seine Feuerwehr als Standort für den CBRN-Erkundungswagen ausgewählt wurde. Feuerwehrmänner und -frauen der Feuerwehren Stegaurach und Mühlendorf hatten sich bereits im Vorfeld als Besatzung des Spezialfahrzeugs ausbilden lassen. Mit dem neuen Fahrzeug sei die Feuerwehr nun auch auf besondere chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahrenlagen vorbereitet. „So stärken wir die Sicherheit der Bevölkerung weiter“, erklärte Leicht.

Die Übergabe des rund 450.000 Euro teuren Fahrzeugs wurde feierlich begangen: Unter großem Applaus der Feuerwehrkameradinnen und -kameraden aus der gesamten Gemeinde Stegaurach, der Feuerwehrführung des Landkreises Bamberg sowie von Ehrengästen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe fuhr der Wagen mit Blaulicht durch zweiseitig aufgebaute Wassernebelfontänen auf den Hof der Feuerwehr Stegaurach ein.

Bürgermeister Thilo Wagner zeigte sich stolz und betonte, dass sich die Gemeinde Stegaurach mit dem Stellplatz für das Fahrzeug sowie mit der personellen Unterstützung durch die Feuerwehr aktiv an diesem wichtigen Baustein des Katastrophenschutzes beteiligt. Landrat Johann Kalb beglückwünschte die Gemeinde und die Feuerwehr Stegaurach zu dem neuen Hightech-Fahrzeug und dankte besonders den Feuerwehrkräften, die sich eigens für den Einsatz mit dem CBRN-Erkunder haben schulen lassen. Eine offizielle Einweihung des Fahrzeugs ist für Oktober geplant.

Mit dem neuen CBRN-Erkundungswagen erhält die Feuerwehr Stegaurach ein Spezialfahrzeug, das in ein bundesweites Schutzkonzept für chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahrenlagen eingebunden ist. Die Bundesrepublik Deutschland beschafft diese Fahrzeuge für den Zivilschutz und stellt sie den Ländern und Kommunen zur Verfügung. Die neue Fahrzeuggeneration wird eingeführt, weil die seit 2001 eingesetzten Erkundungswagen schrittweise ersetzt und zugleich zusätzliche Standorte aufgebaut werden. Ziel ist eine möglichst flächendeckende Verteilung – in der Regel mit einem Fahrzeug pro Landkreis beziehungsweise kreisfreier Stadt –, damit ein Einsatzort möglichst innerhalb von rund 30 Minuten nach der Alarmierung erreicht werden kann.

Bisher gab es in Bayern lediglich 20 solcher Fahrzeuge. Mit der Aufstockung des ergänzenden Katastrophenschutzes durch den Bund soll künftig jeder Landkreis über einen CBRN-Erkundungswagen verfügen. Derzeit sind bundesweit rund 323 CBRN-Erkundungswagen des Bundes einsatzbereit. Perspektivisch sind insgesamt 518 Fahrzeuge vorgesehen; zunächst können 395 neue Fahrzeuge an die Länder ausgeliefert werden.

Ergänzt wird das System durch 111 sogenannte CBRN-Messleitkomponenten, also mobile Führungs- und Auswerteeinheiten, denen jeweils bis zu fünf Erkundungswagen zugeordnet werden. Diese Komponenten berechnen im Einsatz anhand aktueller Wetterdaten die mögliche Ausbreitung gefährlicher Stoffe, erteilen den Fahrzeugen ihre Messaufträge und führen die Ergebnisse zusammen.

Technisch ist die neue Fahrzeuggeneration deutlich weiterentwickelt. Sie arbeitet digital vernetzt per Datenfernübertragung über 4G/5G und Satellit, verfügt über moderne Erkunder-Software, zusätzliche Mess- und Nachweisgeräte für Gamma-Strahlung, Gase und chemische Stoffe, ein geländegängigeres Fahrgestell, einen eigenen Betriebsraum mit PC-Arbeitsplatz sowie einen verbesserten Schutz der Besatzung während der Fahrt. Damit dient das Fahrzeug nicht nur der Erkundung vor Ort, sondern liefert der Einsatzleitung möglichst schnell verlässliche Daten, um im Ernstfall wirksame Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung einzuleiten.

Text: Beate Ferstl, Gemeinde Stegaurach; Sebastian Pflaum, Kreisbrandmeister
Bild: Sebastian Pflaum, Kreisbrandmeister

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner