Am Mittwochabend, 07.01.2026, wurden die Feuerwehren um 20:09 Uhr mit dem Stichwort „B 4 Landwirtschaft // Stall / Scheune“ nach Thüngfeld (Stadt Schlüsselfeld) alarmiert. Bereits bei der Alarmierung wurde gemeldet, dass ein Anbau brennt und das Feuer auf die Scheune übergegriffen hat.
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand die Scheune in Vollbrand. Durch die enge innerörtliche Bebauungwaren mehrere angrenzende Gebäude und Wohnhäuser unmittelbar gefährdet. Nachdem eine Personengefährdung ausgeschlossen werden konnte, wurde umgehend die Brandbekämpfung mit Riegelstellung aufgenommen und ein massiver Löschangriff von zwei Seiten eingeleitet. Mit mehreren C- und B-Rohren sowie der Drehleiter der Feuerwehr Burgebrach gelang es, ein Übergreifen auf die Nachbargebäude zu verhindern.
Ein besonderer Faktor an diesem Abend waren die winterlichen Temperaturen von rund −9 °C. Neben der Brandbekämpfung musste dadurch auch die Sicherheit an der Einsatzstelle verstärkt beachtet werden: Löschwasser führte schnell zu Vereisungen, wodurch Verkehrs- und Bewegungsflächen rutschig wurden. Zudem stellte die Kälte erhöhte Anforderungen an Material und Einsatzkräfte – unter anderem bei Armaturen, Schlauchmaterial und Atemschutz. Entsprechend wurden die Einsatzabläufe laufend angepasst und die Kräfte in geeigneten Intervallen abgelöst.
Parallel dazu wurde die Wasserversorgung sichergestellt. Zur Bereitstellung der benötigten Wassermengen wurde eine lange Schlauchstrecke aus dem Bereich der Reichen Ebrach aufgebaut. Gleichzeitig wurden weitere Einspeisemöglichkeiten geschaffen, um die Versorgung dauerhaft stabil zu halten.
Im weiteren Einsatzverlauf konnte der Brand unter Kontrolle gebracht werden. Zur wirksamen Bekämpfung tiefer sitzender Glutnester – insbesondere bei typischen Brandlasten wie Holz und eingelagertem Material – wurde zunächst mit Netzmittel gearbeitet, um die Oberflächenspannung des Wassers zu reduzieren und ein besseres Eindringen in das Brandgut zu ermöglichen.
Um letzte Glutbereiche gezielt erreichen zu können, wurden anschließend Teile des Gebäudes mit einem Bagger geöffnet bzw. eingerissen. Nach dieser Öffnung wurde zusätzlich Mittelschaum aufgebracht. Dieser sorgt für eine bessere Benetzung und kann Brandflächen abdecken und vom Sauerstoff trennen, wodurch die Nachlöscharbeiten unterstützt und ein Wiederaufflammen erschwert wird.
Über den Rettungsdienst wurden ein Wärmezelt sowie die Verpflegung für die Einsatzkräfte organisiert. Für die Aufarbeitung der eingesetzten Atemschutzgeräte wurde im weiteren Verlauf das Atemschutzzentrum (ASZ) Strullendorf alarmiert.
Der Einsatz zog sich bis in den Folgetag – Einsatzende war am 08.01. gegen 12:30 Uhr.
In der Spitze waren rund 180 Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort. Im Einsatz waren die Feuerwehren Aschbach, Burgebrach, Burgwindheim, Buttenheim, Ebrach, Eckersbach, Elsendorf, Hallstadt, Heuchelheim, Reichmannsdorf, Schlüsselfeld und Thüngfeld (Landkreis Bamberg) sowie die Feuerwehr Burghaslach (Landkreis Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim).
Zur Brandursache können derzeit keine Angaben gemacht werden – diese ist Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen.
Text: Sebastian Pflaum, Kreisbrandmeister